Was ich meinem Sohn über Geld mitgebe - im Gespräch mit Reto (11 Jahre)
Shownotes
Diese Folge ist für mich eine ganz besondere: Zum ersten Mal ist mein 11-jähriger Sohn Reto zu Gast im Podcast.
Gemeinsam sprechen wir darüber, was es bedeutet, schon als Kind einen bewussten Umgang mit Geld zu entwickeln und welche Erfahrungen Reto selbst dabei bereits gemacht hat.
Reto erzählt ganz offen, warum er "früher" sein Geburtstagsgeld direkt ausgegeben hat, was er heute anders machen würde und warum er mittlerweile lieber spart, bevor er sich etwas Größeres kauft.
Besonders persönlich wird es, als wir über eine konkrete Situation im Lego-Laden sprechen: Reto wollte sich ein Set kaufen, hatte aber nicht genug Geld dafür. Warum ich ihm das fehlende Geld bewusst nicht geliehen habe und welche Lösung wir stattdessen gefunden haben, erzählen wir in dieser Folge.
Für mich ist diese Folge deshalb nicht nur ein Gespräch über Geld, sondern auch über Werte, Verantwortung und das, was wir unseren Kindern fürs Leben mitgeben können.
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produziert von Arabella Hüttinger I www.arabella-creativeoffice.de
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(0:04 - 0:15)
Erfolgreiche Leute labern nicht, erfolgreiche Leute machen. Ich bin Björn Baensch, Finanzstrategie, Mentor und Speaker. Hier erwarten dich die Finanzstrategien und Denkweisen, die dich wirklich weiterbringen.
(0:15 - 0:29)
Vermögensaufbau, Riskmanagement, steueroptimierte Entscheidungen und das Mindset, das finanziellen Erfolg erst möglich macht. So wie jeder Spitzensportler einen Trainer braucht, begleite ich Menschen, die wachsen wollen. Kein Gelaber, sondern Klartext.
(0:29 - 0:43)
Erfolg ist planbar und braucht klare Strategie. Zum Beispiel, es gibt ja Schulden, die bringen dir etwas Wichtiges. Zum Beispiel eine Wohnung.
(0:43 - 0:57)
Wenn du da Schulden hast, dann ist es irgendwie was anderes, als wenn du ein Videospiel kaufen möchtest und dabei Schulden hast. Hi, zurück bei Cash mit Köpfchen. Heute für mich eine, bin schon stolz, eine ganz besondere Ehre.
(0:57 - 1:13)
Heute ist mein Junior mit elf Jahren, der Reto, da. Reto, stell dich mal ganz kurz vor. Hallo, ich bin der Reto, ich bin elf Jahre alt, gehe aufs Gymnasium und habe okaye Schulnoten, falls ihr das wissen wollt.
(1:14 - 1:57)
Reto, bei uns im Podcast geht es ja um Mindset, also welche Einstellungen man zum Leben hat, speziell auch zu finanziellen Dingen. Wenn du mal so zurückdenkst, welchen Tipp würdest du den anderen Kindern geben, dass sie später mal ein finanziell freies Leben führen können? Also, als ich sieben Jahre alt war, habe ich das selber auch noch so ein bisschen falsch gemacht. Nämlich, wenn ich zum Beispiel zum Geburtstag oder an Ostern oder so einen, sagen wir jetzt mal 20-Euro-Schein oder so bekommen habe, oder halt generell 20 Euro, dann bin ich am Tag danach direkt in irgendeinen Laden und habe mir irgendwas Blödes gekauft, wo nach vier Wochen eh kaputt ist.
(1:57 - 2:13)
Und das würde ich heute nicht mehr machen. Sondern ich würde mir das entweder, ich weiß, das magst du nicht, den Begriff, aber als Kind, wenn du wirklich nur Taschengeld bekommst, dann würde ich es einfach sparen. Das ist einfach bei Taschengeld das Sinnvollste.
(2:13 - 2:40)
Weil du das kaum anlegen kannst. Und wenn dann irgendwann mal wirklich die Zeit gekommen ist und du irgendwas Cooles siehst, wo du haben möchtest, dann sage ich ehrlich, frag deine Eltern, ob du dir das holen kannst. Weil meine Eltern können besser irgendwelchen blöden Dreck erkennen, was man nicht kaufen sollte und was man kaufen sollte.
(2:40 - 3:00)
Das können meine Eltern besser unterscheiden als ich. Und z.B. bei mir ist, ich habe früher, wenn ich irgendwo im Ausland war, z.B. auf irgendeinem Markt, dann habe ich manchmal so Fake-Lego gesehen. Dann habe ich mir immer gedacht, boah, wie cool, da ist ja die Titanic.
(3:00 - 3:20)
Das gibt es als Lego-Set und als eben andere Fake-Marken. Ich will nicht Fake-Marken sagen, es sind ja dort in dem Land vielleicht auch bekannte Klemmbaustein-Marken. Aber ich bin jemand, ich kaufe nur Lego, weil ich mit anderen Marken auch schon Probleme hatte.
(3:21 - 3:30)
Aber das ist auch gar nicht das, worum es gehen soll. Sondern spar einfach dein Geld und gebe es nicht direkt aus. Das wollte ich jetzt eigentlich auf den Punkt sagen.
(3:31 - 3:56)
Okay, und wenn du dran denkst, was haben wir beide denn für eine ganz, ganz besondere Box zu Hause? Ja, wir haben eine Box, das war ehemalig ein Schuhkarton. Danach waren dort drauf ganz viele Sticker mit Nerf-Pfeilen, also mit diesen Darts. Da habe ich mal 100 oder 150 oder 200 von diesen Darts drin geschenkt bekommen.
(3:56 - 4:11)
Und später haben wir die umfunktioniert zu unserer 5-Euro-Kiste. Also wenn man irgendwo einen 5-Euro-Schein sieht, nimmst du den mit nach Hause und stopfst den in die Kiste rein. Das ist heutzutage schon so voll, dass es oben fast alles rausploppt.
(4:12 - 4:29)
Und was haben wir damit vor oder was sollten wir damit machen? Es gibt ja so auch den Begriff der Traumdose. Ja, das ist eine schwierige Frage, was du damit machen kannst. Du kannst es natürlich alles in Aktien reinballern.
(4:30 - 4:53)
Wäre ich irgendwie vor 10 Jahren oder so noch schon da gewesen, dann hätte ich... Oder wann wurde Bitcoin erfunden? Schon ein bisschen länger her. Ja, aber vor Bitcoin hätte ich es alles in Bitcoin reingeballert, wenn ich das wüsste, zum Beispiel. Oder du kannst es auch einfach für irgendeine schöne Traumreise oder so einzahlen auf ein Konto.
(4:54 - 5:17)
Aber du kannst sehr, sehr viel damit machen. Also das ist nicht so, dass es nur so eine komplett richtige Antwort gibt. Das ist richtig, aber es geht vor allem darum, wenn man einen großen Wunsch hat, dass man eben daraufhin auch mal, wie du vorhin schon gesagt hast, ich hasse eigentlich den Begriff des Sparen, weil ich sage, wir investieren und sparen nicht.
(5:17 - 5:35)
Aber wenn man einfach einen größeren Wunsch hat, dass man eben sich nicht irgendwo das Geld leiht, sondern dass man dann das Geld ansammelt, bis es der Betrag ist, den man benötigt. Ja. Was ist das Schlechteste, was man machen kann? Einen Kredit aufnehmen.
(5:35 - 5:47)
Und, ist das gut oder? Nein, weil du musst ihn dann später abbezahlen. Wegen Schulden und ja. Und was bezahlt man dafür beim Kredit? Zinsen? Richtig.
(5:47 - 5:55)
Genau. Auf welches Thema achten wir noch extrem? Das kriegst du immer mit bei Gesprächen, wenn ich mit der Mama rede. Ich bin raus.
(5:55 - 5:59)
Sag es mir bitte. Ich weiß es nicht. Das Thema Steuern.
(5:59 - 6:06)
Ah, ja. Ist das gut oder ist das eher schlecht? Steuern sind nicht so gut. Okay.
(6:06 - 6:31)
Obwohl, natürlich ohne Steuern, wenn es gar keine Steuern mehr gäbe, dann wäre es natürlich auch blöd, weil dann könnten wir jetzt nicht hier so wirklich auf schönen Straßen fahren. Dann gäbe es zum Beispiel wahrscheinlich keine Bibliotheken. Es gäbe andere wenige öffentliche Sachen, zum Beispiel Schwimmbäder, obwohl die ja auch meistens von anderen Dingen erst mal gebaut werden.
(6:31 - 6:42)
Aber trotzdem, es gäbe dann sehr vieles nicht. Das ist richtig. Und trotzdem kann man aber auch sich Steuern zunütze machen, wenn man Immobilien kauft.
(6:43 - 6:50)
Wenn man da Vorteile generieren kann. Immobilien sind zum Beispiel eine Wohnung. Richtig, genau.
(6:50 - 7:07)
Welchen Tipp hast du sonst noch für Kinder im Umgang mit dem Geld? Also, ich habe auch erst letztens den Fehler gemacht. Ich habe keine Konsumschulden. Das sind Schulden, zum Beispiel, es gibt ja Schulden, die bringen dir etwas Wichtiges.
(7:07 - 7:21)
Zum Beispiel ein, sagen wir, eine Wohnung. Wenn du da Schulden hast, dann ist es irgendwie was anderes, wie wenn du ein Videospiel kaufen möchtest und dabei Schulden hast. Weil Konsumschulden sind immer vergänglich.
(7:21 - 7:34)
Also der Konsum, den du da hast, der kann auch immer weggehen. Also gutes Beispiel bei dem Videospiel zum Beispiel. Ein Videospiel kann sich auf einer Konsole zum Beispiel verbacken.
(7:35 - 7:47)
Also das heißt für die Leute, die nicht wissen, was das heißt. Das heißt, dass das Videospiel nicht mehr läuft. Und das funktioniert auch mit anderen Dingen, für die man dann vielleicht eben Konsumschulden ausgibt.
(7:48 - 7:55)
Oder nicht ausgibt, sondern bei dem man halt Konsumschulden hat. Zum Beispiel bei Lego. Lego kann immer kaputt gehen.
(7:55 - 8:04)
Und irgendwann, keine Ahnung, mir ist es schon mal passiert, ich habe mein Lego-Set gebaut und ich habe die Anleitung weggeschmissen. Lego-Set kaputt gegangen. Blöd.
(8:05 - 8:16)
Ja, ich glaube, ich weiß, wo du darauf hinaus möchtest. Wir hatten das gerade vorhin im Podcast. Ich erinnere mich an die Szene am Anfang von den großen Ferien, wo wir in dem Lego-Laden drin waren.
(8:16 - 8:39)
Möchtest du dazu mal noch was sagen? Ich habe ja am Anfang auch gesagt, ich habe erst letztens diesen Fehler begangen, dass ich mir ein Lego-Set holen wollte. Und dieses Lego-Set lag außerhalb meines Budgets, weil ich gerade etwas knapp bei Kasse war. Und ich habe meine Eltern angebettelt und angebettelt.
(8:40 - 8:51)
Dann kam die Mama und sagte, du hast noch einen 30-Euro-Gutschein von deiner Patentante. Du kamst zu mir raus und hattest mich gefragt. Du hattest mich gefragt.
(8:52 - 9:07)
Das war, glaube ich, etwas um 60 Euro. Und du hattest nur 42 Euro. Habe ich dir das geleiht? Und da habe ich dir gesagt, was habe ich denn dir da gesagt? Nämlich, dass es nicht okay ist, wenn ich das kaufe und ihr es bezahlt.
(9:07 - 9:14)
Ich hatte dir gesagt, mach keine Konsumschulden. Und das unterstütze ich nicht. Ich hatte dir gesagt, ich leih dir das Geld nicht.
(9:14 - 9:26)
Weil so fängt es an mit Konsumschulden. Die Mama hat dir dann gesagt, du hast noch einen 30-Euro-Gutschein, von dem du nichts wusstest. Und wir haben es dann aber später anders gemacht.
(9:26 - 9:36)
Den 30-Euro-Gutschein habe ich nicht eingelöst, sondern ich habe noch Zeugnisgeld bekommen. Das waren, glaube ich, auch so um die 30 oder 40 Euro. Richtig.
(9:37 - 9:48)
Und das haben wir dann statt dem Gutschein genommen. Also, dass ich jetzt den Gutschein und so behalten konnte, aber dass mein komplettes Zeugnisgeld bis auf 10 Euro oder so weg war. Aber dass wir kein Geld leihen müssen.
(9:48 - 10:07)
Und das ist, glaube ich, die Kernaussage, dass man sich nicht Geld für etwas leiht, um es dann in der Zukunft zurückzubezahlen. Wie findest du denn das Thema Taschengeldbuch? Welchen Tipp hast du da für andere Kinder? Egal, ob ihr euch darüber aufregt oder nicht, macht es. Das ist wichtig.
(10:07 - 10:30)
Ich habe es selbst erlebt. Ich habe in meinem sechsten Lebensjahr angefangen, Taschengeldbuch zu schreiben. Und davor war immer das Problem, weil für mich war früher etwas Besonderes, sage ich jetzt mal, wenn wir im Müller waren, weil wir das fast nie gemacht haben, Mama und ich.
(10:30 - 10:49)
Und wenn ich dann coole Sachen gesehen habe, haben wir immer erst dich anrufen müssen, Papa, um zu fragen, wie viel Geld ich habe. Und das wurde durch das Taschengeldbuch gelöst. Erklär mal, was ist denn dein Taschengeldbuch? Was hast du denn da für eine Aufgabe? Das ist ein Buch, das hat so Spalten.
(10:50 - 11:07)
Einmal hat es die Spalten Ausgabe und Einnahme. Und dann steht da noch so Datum. Für was habe ich mein Geld eingenommen oder ausgegeben? Und wie viel ist der Betrag? Und da schreibe ich das immer auf mit Datum, was und dann noch wie viel.
(11:08 - 11:35)
Und am Monatsende müssen wir dann gefühlt immer eine Seite vollschreiben mit irgendwelchen Texten und Gesamteinnahmen und so und Gesamtausgaben. Und Papa setzt sich dann immer mit mir an den Tisch mit dem Taschenrechner auf seinem Handy und dem Taschengeldbuch. Und dann müssen wir das immer schreiben, egal ob es Spaß macht oder nicht.
(11:35 - 12:02)
Ich muss, aber es ist irgendwie auch schon sinnvoll, weil man dann immer weiß, wenn man zum Beispiel mal in die Stadt zum Essen geht oder woanders hin, dann weißt du immer, dass du so und so viel Geld hast. Also du weißt es nicht immer, aber du weißt es so grob. Was gibt es denn noch so einen Tipp, wo man die Augen aufhalten kann? Wir haben hier ja gegenüber so eine Tankstelle, da sind wir ja immer wieder mal zum Autowaschen.
(12:03 - 12:34)
Wie schnell kriegst du da einen Euro, Euro 50 zusammen? Also nur, um das mal kurz zu erklären, links neben der Waschanlage ist ein Holztisch mit meistens entweder ein oder auch mal zehn Pfanddosen drauf, die zwar erst halb leer sind, aber auch noch Geld bringen. Und ich habe manchmal auch gar keinen Bock und manchmal übersehe ich es auch. Und Papa zwingt mich dann immer, die Dosen reinzubringen und dann halt dafür das Pfand zu bekommen.
(12:35 - 12:59)
Das heißt, mein Junior will sicherlich nicht den Mülleimer rum, aber ganz, ganz häufig stehen eben Pfanddosen rum, weil Leute nur zu faul sind, zehn Meter zu laufen und die Pfanddosen abzugeben. Und das ein oder andere Mal bist du auch schon mit zwei, drei Euro wieder rausgelaufen aus der Tankstelle. Und es waren Zeiten zum Teil, da war das mehr, wie du in der Woche einen Geld gekriegt hast.
(13:00 - 13:15)
Und das ist auch so ein Grundsatz von uns, das haben wir auch im Reto beigebracht. Wir möchten es nie erleben, dass er eine Pfandflasche oder eine Pfanddose einfach wegwirft. Und da gibt es genug, wo das machen, aber da fängt es im Kleinen eben an.
(13:16 - 13:39)
Was hast du sonst noch so für Tipps mit dem Umgang von Geld? Man sollte auch manchmal schauen, wenn du wirklich nicht so viel Geld hast, dass du halt nicht zum Beispiel für unnötige Dinge zu viel ausgibst. Und ja, du brauchst nicht immer von allem das Teuerste. Okay, Reto, war schön, dass du heute mal mit dabei warst.
(13:39 - 13:46)
Und von dem her, danke! Ja, danke!
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