Was bleibt, wenn ich morgen alles verliere?
Shownotes
Mit 23 stand ich das erste Mal bei Porsche im Verkaufsraum – bar bezahlt, in Freizeitkleidung, ohne Krawatte. Diese Folge dreht sich um Geld, Prägung und die Frage, was wirklich zählt, wenn alles auf dem Spiel steht.
Darum geht's:
- Mein erster Porsche mit 23 – und wie sich das angefühlt hat
- Die härteste Geldlektion meines Lebens: mein Vater hat mir sogar auf 50 Mark Zinsen berechnet
- Meine Vision als Unternehmer – und warum Loyalität für mich einer der wichtigsten Werte ist
- Was würde bleiben, wenn ich morgen alles verliere? Meine ehrliche Antwort
Konkret, ehrlich und ohne Umwege – so wie du es von mir gewohnt bist.
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Erfolgreiche Leute labern nicht, erfolgreiche Leute machen. Ich bin Björn Baensch, Finanzstratege, Mentor und Speaker. Hier erwarten dich die Finanzstrategien und Denkweisen, die dich wirklich weiterbringen.
Vermögensaufbau, Riskmanagement, steueroptimierte Entscheidungen und das Mindset, das finanziellen Erfolg erst möglich macht. So wie jeder Spitzensportler einen Trainer braucht, begleite ich Menschen, die wachsen wollen. Kein Gelaber, sondern Klartext.
Erfolg ist planbar und braucht klare Strategie. Ich bin heute eigentlich schon so weit, dass ich meinem Junior zum Rat gebe, schau, dass das Land relativ früh voll ist. Weil ich komme mir heute vor als Unternehmer wie eigentlich der Sündenbock Nummer eins von jeglicher Institution.
Willkommen zurück bei Cashman Köpfchen. Björn, mich interessiert heute mal wirklich dein Weg, ich sag mal, bis hierher eigentlich fast. Aber ich habe natürlich konkrete Fragen wieder vorbereitet.
Wir haben in der letzten Folge schon so ein bisschen was mitbekommen. Aber mach mal ganz konkret, wann hast du dir deinen ersten Sportwagen gekauft? Was war das für einer und wie hat es sich angefühlt? Also als Gebürtiger Zuffenhäusler ist wohl logisch, klein schon geträumt, aber immer schon groß geträumt. Und da gibt es nur die magische Zahl, das war die 911.
Und wie war das Gefühl, jetzt ist es ja schon ein paar Jahre her, ich vergesse das bis heute nicht. Jetzt muss ich mir mal vorstellen, es gab ja kein Online Banking, es gab kein Internet, es gab ja alles, gar nichts. Für mich war immer klar, ich möchte einen 911er.
Jetzt kommt da jemand mit 23 bei Porsche in die Verkaufsräume rein. Ob die mich überhaupt wahrgenommen haben, weiß ich nicht, zumindest schon am Anfang nicht. Weil ich kam jetzt da nicht hier mit meinem Dad oder irgendjemandem mit Hemdanzug und Krawatte, sondern ich bin da echt so damals in der Freizeitkleidung reingelaufen und habe gesagt, ich hätte gern diesen.
Der hat mich von oben bis unten angeschaut. Also man ist damals wirklich noch gemustert worden und zwar so richtig. Ein Probefahrt oder sowas war überhaupt nicht zu denken.
Und dann kam die Frage, naja, wie machen wir das denn mit der Bezahlung? Dann habe ich gesagt, das ist eigentlich sehr einfach, in Zuffenhausen gibt es auch Banden. Ich gehe auf meine Bank, hebe das Geld ab. Also damals echt noch auch Barzahlung, das können sich viele Junge heute gar nicht mehr vorstellen.
Geldwäsche-Gesetz, Formular ausfüllen etc., was heute alles notwendig ist. Nee, aber ich habe wirklich das Geld abgehoben, habe das Ding da oben bezahlt und es war der erste Porsche. Wie waren die Gefühle dabei? Ja, das ist sehrlich nachvollziehbar.
Du warst an dem Tag der Größte oder die nächsten Tage, du warst der Beste. Das war ein Gefühl, das ist schon unbeschreiblich gewesen. Klar war ja damals, also heute ist das ja nicht mehr unbedingt sowas Besonderes.
Wir gehen immer raus, schauen uns unsere Stars, die Trikots tragen an etc. Die sind alle Anfang 20, Mitte 20. Die fahren auch ganz andere Autos zum Teil.
Aber das war damals ja nicht ganz so normal, dass du mit Mitte 20 eigentlich einen Porsche gehabt hast. Aber es war ein schönes Gefühl. Da habe ich ein schönes Gefühl, wo ich mich ärgere, dass ich ihn verkauft habe.
Der wäre heute verdammt viel wert, aber ich habe ihn dann halt verkauft und war sorgfroh. Wollen wir auch nicht länger darüber sinnieren. Hätte ich ihn mal gehalten, wäre es ein gutes Invest gewesen.
Warum hast du ihn verkauft? Naja, ich wollte noch einen anderen Porsche. Und nach dem anderen Porsche, die Leidenschaft zu Italien war schon immer verdammt groß. Und es war neben dem Porsche damals in Zuffenhausen oben, also die alten roten Backsteinhäuschen, war heute Kreisverkehr, damals war es eine normale Durchgangsstraße, war dann nebendran ein Exklusiv-Autohändler und da stand dann ein rotes italienisches Fahrzeug.
Ich glaube, ich bin sieben, acht Mal abends im Ring gefahren, hab mir das Auto angeschaut und irgendwann habe ich gesagt, jetzt fahre ich da rein und frage, was zahlt er mir für meinen Porsche. Wir waren uns relativ schnell einig im Preis und mein Vater hat die Hände über den Kopf zusammengeschlagen und hat gesagt, bist du wahnsinnig, das Ding zu kaufen. Ja, Spaß gemacht hat es ihm trotzdem zu mitfahren.
Hat aber immer wieder beim Aussteigen gesagt, das ist nichts für mich, da kommt mir ja gar kein Gescheit raus. Nein, also es kam dann einfach die Leidenschaft zu dem italienischen Fahrzeug. Wenn wir jetzt über deinen Vater reden, hast du einfach reich gehabt? Nein, ich kenne, glaube ich, keinen Menschen, der härter war im Umgang mit Geld mit mir.
Ich mache so ein Beispiel, habe ich mir Geld bei ihm geliehen, 50 Mark, er hat mir das immer geliehen, dann war die erste Frage, wann kriege ich es zurück. Im Normalfall war meine Antwort für ihn immer ein paar Cent, hat er es aber an dem Tag nicht zurückbekommen, da lag ein Zettel drin mit 5 Prozentpunkten über Basiszins, weil ich einen Zins zu bezahlen habe. Das Problem, wenn der Vater aus der Finanzbranche kommt, gell? Nicht nur das, ich habe damals manchmal gedacht, hey, der hat sie nicht alle.
Heute rückblickend bin ich ihm verdammt dankbar, also man darf eins nicht vergessen, dass genau die meisten nicht mehr Telefonrechnung, wenn unsere Telefonrechnung, wollen wir mal überlegen, über 25 Mark war, hatte ich eine Diskussion mit meinem Dad, aber ich war nicht am Diskutieren, er war der Fragesteller und ich durfte Rede und Antwort stehen und wenn es blöd gelaufen ist, durfte ich einen Teil davon bezahlen, 25 Mark, 12,50 Euro. Mein Vater hat immer gesagt, bevor du eine Mark ausgibst, denke nach, wie lange du dafür arbeiten musst, bis du ein Brutto verdient hast. Also da war, so würde ich das im Lebtag, wir machen ja immer alles komplett anders, wir wollen es viel besser machen als die Eltern, nein, darum geht es gar nicht.
Nur die Zeiten haben sich gewandelt, heutzutage, die Jungen haben ein ganz anderes Verhältnis zu Geld. Wie gesagt, ich hätte ihn damals manchmal bei verschiedenen Dingen echt verfluchen können. Rückblickend bin ich ihm sehr dankbar, weil dadurch habe ich wirklich auch eins gelernt, Geld schätzen zu lernen und zu wissen, wie lange du arbeiten musst, bis du es verdient hast.
Du hast eine ganz andere Prägung auf Geld bekommen, das sicherlich, und dafür bin ich ihm sehr dankbar. Du bist ja jetzt schon lange Millionär oder sehr, sehr früh Millionär geworden und was war der Moment, an dem du gemerkt hast, an dem alles gekippt ist, vom Kämpfen, Arbeiten bis zum Selbstläufer eigentlich? Naja, es war zwischendrin einmal die Umstellung von D-Mark auf Euro, das darf man auch nicht ganz vergessen, aber so ein wirklicher Punkt, das ist so ein fließender Übergang. Es gibt ja nicht den Tag X oder die Stunde X, wo ich es sagen könnte.
Wie gesagt, ich habe schon immer sehr, sehr gerne heute auch heranschauen, immer wieder mal auch Bücher, sehr viele Bücher gelesen über sehr erfolgreiche Unternehmer und mein einer meiner wirklich Paradeunternehmer auch wird und das ist auch die Verbundenheit vielleicht zu der Marke, wird immerhin zu Ferrari sein, für ihn war es das Allerschlimmste, Stillstand, Stillstand, wenn die Sommerpause in der Formel 1 war, das war immer ein Rückschritt und das ist für mich auch so ein prägendes Ding, Stillstand ist scheiße, Stillstand ist immer ein Rückschritt. Ich habe eine Weile gebraucht, weil ich sehr früh seine Biografie gelesen habe, eine Weile gebraucht, bis ich verstanden habe, was er damit meint, heute kann ich es völlig nachvollziehen, Stillstand ist ein Rückschritt. Da geht es auch nicht mehr darum, ob ich jetzt 10 Euro mehr oder weniger habe, sondern es geht einfach, wer stehen bleibt, wer rastet, der rastet.
Und wenn ich schon arbeite, Mittelmäßigkeit ist für mich reine Zeitverschwendung, entweder high level oder gar nicht. Aber zu deiner Frage zurück, ob es da irgendwo so einen ganz speziellen Punkt gab, nein, den gab es nicht, das ist ein fließender Übergang. Ich weiß, ich muss heute sicherlich nicht mehr so wie noch vor 30 Jahren, das ganz sicher nicht, wenn du es unbedingt schaffen willst.
Ich habe jetzt hier das Paradebeispiel und sah zu wie im 2. Lehrjahr, den hatten wir glaube ich das letzte Mal im Podcast. Ich frage heute Leute, mit ihm habe ich da lang jetzt die letzten Wochen, weil es ist jetzt so kurz vor Ende der Ausbildung, wie der Weg weitergeht. Er wird bei uns bleiben, er möchte auch in die Beratung, er möchte auch die finanzielle Freiheit erreichen.
Ich meine, unser Leon ist verdammt jung. Wichtig ist, du brauchst eine Vision. Nicht nur, weil du einfach viel Geld haben willst, sondern du brauchst wirklich viel Geld.
Warum und weshalb du das machen möchtest, du brauchst eine ganz klare Vision. Das ist ein ganz wichtiger Punkt ohne Vision. Du brauchst den entsprechenden Mindset dazu, einfach die entsprechende Einstellung.
Ich sage immer, wer finanziell wachsen will, der muss erst einmal in der Rübe wachsen. Weil ohne im Mindset zu wachsen, kannst du auch mit Geld nicht, wirst du auch im Geldfluss nicht wachsen. Außer du hast natürlich riesiges Glück, wenn wir den Lotto gewinnen, wo die wenigsten, glaube ich, haben, oder du hast eben eine entsprechend große Erbschaft.
Was war deine Vision? Da gab es mehrere. Für mich war das Ziel, guter Arbeitgeber zu werden. Und das funktioniert nur, wenn du ein entsprechendes Unternehmen aufbaust.
Mehr Wert schaffen, das ist eine ganz klare Vision von unserem Mandanten. Ich meine, Marco, du siehst wiederum in deinen Demos, Mehrwert zu schaffen und Mehrwert auch wirklich zu erhalten, auszubauen, das war eine Vision. Mir liegt total viel mit Kinder und Sport am Herz.
Weil ich durfte selber, ich habe ganz, ganz viele Sponsorengelder bekommen. Ohne die wäre mein Sport nicht möglich gewesen. Und ich habe mir immer geschworen, wenn ich jemals, also für mich war ein absolutes Vorbild, leider auch inzwischen verstorben, unser Vorstand vom Skiverein, wie man einfach 300.000 D-Mark Sponsoring für ein sehr hoch angesetztes Skirennen zur Verfügung stellt.
Und das funktioniert aber eben nur, wenn du auch entsprechende Mittel in der Rückhand hast. Und das war für mich auch ganz außergewöhnlich, dass jemand sagt, einfach nur, weil er den Skisport über alles liebt, das möglich zu machen, dieses Rennen, 300.000 Euro jedes Jahr als Sponsoring zur Verfügung zu stellen, das waren schon auch wirklich Personen, zu denen ich aufgeschaut habe und vor denen ich Hochachtung habe. Und ich habe mir immer geschworen, sollte mir das jemals möglich sein, dann werde ich das auch tun, weil es geht einfach.
Und heute ist es noch viel brutaler, was Sport und Geld betrifft. Du kannst heute nur weit kommen, wenn entsprechende finanzielle Mittel vorhanden sind. Jetzt gucken wir mal so in die Familien rein, wie viele hätten so, nicht nur Talent, sondern auch die Disziplin vor allem, weil Disziplin schlägt immer Talent.
Aber wie viele Kinder oder Jugendliche hätten das? Aber es ist einfach finanziell nicht möglich. Das ist eigentlich traurig, dass möglich schon Jugendliche aussortiert werden, weil es einfach vom Geldbeutel her in der Familie nicht funktioniert. Da muss ein Wandel im Denken stattfinden, in der Förderung.
Aber das war für mich auch eine Vision. Ja klar, es war natürlich auch eine Vision. Auf der anderen Seite, ich habe es bei meiner Mutter erlebt, wie es funktioniert.
Aber wenn du Rechnungen nicht zahlen kannst, wenn es eben nicht ganz finanziell so ist. Meine Frau sagte immer, dein größter Antrieb war dein schlechtestes Vorbild, das war deine Mutter. Da habe ich mir immer gefragt, es wird niemals eine Rechnung geben, die ich nicht bezahlen kann.
Natürlich gab es sie zwischen 18 und 20 auch. Da brauchen wir gar nicht drüber reden, ganz normal. Aber das war für mich der größte Antrieb, dass ich gesagt habe, bei mir wird es nie eine Rechnung geben, wo ich nicht zahlen kann.
Oder ich will nicht im Mangel leben, sondern ich will im Überfluss leben. Aber einfach, um ein beruhigtes Leben zu haben. Und sind wir ehrlich, mit finanziellen Mitteln kannst du eben wesentlich mehr erreichen.
Du kannst Schlechtes, du kannst aber auch viel Gutes erreichen. Das war auch eine ganz klare Vision. Wenn ich viel Geld habe, lasse ich die Gesellschaft auch in gewisser Art und Weise daran teilhaben.
Sei es in der Vermietung. Wenn man heute mal die Mietpreise anschaut zum Teil, und da weiß ich eines, da kann ich mir wirklich, wirklich guten Gewissens jeden Morgen in den Spiegel schauen. Für mich ist in der Immobilie der steuerliche Verteil wesentlich wichtiger.
Natürlich muss ich Immobilie und Mietertrag herbringen. Das ist auch logisch. Aber ich brauche niemanden ausquetschen.
Ich mache so ein Beispiel. Ich kann natürlich keinen Namen, nichts nennen. Aber wir haben eine Mieterin, seit fünf Jahren die gleiche Miete.
Ich wollte zumal eine Mieterhöhung durchführen. Das Schreiben liegt schon seit März da. Bin nicht dazugekommen, etc., wie halt immer.
Anfang Mai erfahre ich, dass ihr gekündigt wurde. Ich werde einen Teufel tun, der jetzt eine Mieterhöhung schickt. Die steht gerade ohne Job da.
Natürlich kriegt sie Stütze vom Amt. Aber jetzt muss ich mir überlegen, was würde denn der jetzt psychologisch ablaufen im Kopf, wenn jetzt der Brief kommt von ihrem Vermieter, ja, wir erhöhen die Miete. Sag ich, no go.
Das geht aber nur eben bei gewissen finanziellen Mitteln ab, dass mich das überhaupt nicht interessiert, ob die Immobilie jetzt 100 Euro mehr bringt oder weniger. Auch das sind so Dinge. Mal ein bisschen mehr.
Da sage ich, ich bin Kapitalist, aber trotzdem auch mit einer gewissen Menschlichkeit. Und das störe ich auch ein bisschen. Wenn du finanzielle Mittel hast, kannst du bei vielem relaxer sein.
Du kannst bei vielem großzügiger sein. Ganz ehrlich, Marco, du kriegst es hier seit einem Jahr mit, wie es hier drin zugeht, wie es mit unseren Mädels umgeht, die mir ganz, ganz, ganz alle einzeln ans Herz gewachsen sind, die mir ganz viel bedeuten. Weil ohne sie wäre der Erfolg auch nicht möglich, muss ich auch ganz klar sagen.
Und die haben hier drin wirklich viele, viele, viele Freiheiten. So ein Scheißdreck wie, wenn eine rausgeht zum Rauchen, aus- oder einzustempeln. Also Entschuldigung, da fangen wir erst gar nicht an.
Das wäre uns viel zu blöd. Wir müssen ja die Arbeitszeitaufzeichnung machen. Aber wir stehen auch mal eine Viertelstunde rum und reden.
Oder sind mal am Kicker. Und das sind so Möglichkeiten, die kannst du halt nur machen. Natürlich sind wir Wirtschaftsunternehmen, da brauchen wir nicht drüber reden.
Aber ich muss immer, wenn ich nicht will. Und das macht vieles, vieles leichter. Jetzt mal kurz zum Unternehmen und zu dir als Privatperson natürlich.
Womit verdienst du mehr Geld? Also mit deinen privaten, ich sag mal, eigenen Investments oder mit dem Unternehmen? Mit eigenem, wobei mein Unternehmen auch ein Investment von mir ist. Ja, also das überschneidet sich. Aber immer ein ganz krasses Beispiel.
Wir alle kennen die doofe Zeit, die Jahre 2020, 2021. Es kam die Verkündigung mit Lockdown etc. Das wusste keiner.
Also wenn es einer wusste, dann hätte er sich gern bei mir melden können. Aber ganz am Anfang, wie das losging mit Lockdown etc. wusste ja keiner, wo geht das Ganze eigentlich hin.
So, und meine Mädels sagen zu mir wortwörtlich, Björn, du schickst uns aber bitte nicht ins Homeoffice. Wir wollen doch weiterhin hier den Spaß haben. Meine Antwort war damals, ich kann euch gar nichts sagen.
Erstmal, ich weiß nicht, wo sich das Ganze hin entwickelt. Wir müssen jetzt erstmal die Lage erfassen, sortieren, ordnen und dann agieren. Aber mir lief da schon ein bisschen echt der Gänsehaut runter, weil jeder andere hat gesagt, Gott sei Dank, ich kann daheimbleiben, muss den Alten nicht mehr sehen.
Und er hat zu meiner Frau damals dann gesagt, irgendwas haben wir, glaube ich, ein bisschen richtig gemacht. Wenn unsere Mädels mich fragen, bitte schick uns in den Homeoffice, wir wollen doch weiterhin hier Spaß haben, wir wollen weiterhin zusammen Mittag essen etc. Ich glaube, da haben wir schon ein bisschen was richtig gemacht.
So, was ich ihnen dann aber gesagt habe, sie können sich 100%ig darauf verlassen, sie werden weder Kurzarbeit haben, noch werden sie irgendwo Abstriche haben vom Gehalt, von den anderen Goodies, wo wir so machen. Und das kannst du halt nur, ich warne immer davor eigentlich, keine privaten Gelder in die Firma einzulegen. Gut, wir hätten auch die Finanzdecke in der Firma, aber im schlimmsten Fall hätte ich in dem Fall, tatsächlich, es war eine komplett neue Situation, und ich weiß nicht, ob ihr das Geld noch mal in die Seite legt.
Aber es war sehr beruhigend, dass unsere Mädels wussten, sie werden weiterhin ihr Gehalt haben, ganz normal, ohne Abstriche, ohne irgendetwas. Und das geht halt auch wiederum nur, wenn du eben einen finanziellen gewissen Background hast. Und deswegen, klar, mit deinen Investments, wenn ich gut drauf bin und du mal wieder Spaß hast, auch keine Anlageempfehlung hier oder irgendetwas, aber wenn ich von mir selber spreche am Anfang, dann gehe ich im Risiko sehr weit aus Höhe rein.
Weil es ist ja gut, wenn was weg ist, dann habe ich auch mal eine steuerliche Verlustzuweisung. Das würde ich mit meinen Geldern so nicht machen. Aber mal verdienen wir da mehr Geld, mal da mehr Geld.
Also auch da. Also für dich gibt es kein, man verliert Geld, sondern man verdient entweder da mehr oder da halt mehr. Ja, eben.
Wenn man breit genug investiert, das ist, glaube ich, eigentlich eine Win-Win-Situation. Und es nicht ganz auf den Kopf gefallen ist. Du bist es ja gewohnt, mit Geld umzugehen, schon seit Jahrzehnten eigentlich.
Was wäre denn, wenn du morgen alles verlierst? Was würde denn bleiben? Was wären deine Gedanken vielleicht? Was mir bleiben würde? Sicherlich meine Resilienz. Sicherlich das Mindset. Erinnerungen.
Und ich bin felsenfest davon überzeugt, fünf bis sieben Jahre wäre ich weiter, wie ich gewesen wäre. Wie meinst du das? Wenn alles, alles weggehen würde, man würde sicherlich, und ich meine, das ist menschlich, da kannst du noch so ein starkes Mindset haben, noch so ein Selbstvertrauen, noch so eine Resilienz. Du würdest sicherlich ein paar Tage die Gedanken machen.
Das ist logisch. Das wäre auch wichtig, zu reflektieren, warum ist es so gekommen. Aber ich würde deswegen nicht aufgeben, sondern ich würde sagen, also ich bin davon überzeugt, in fünf bis sieben Jahren wäre ich finanziell weiter, wie es zu dem Zeitpunkt gewesen wäre.
Okay, das heißt im Endeffekt, wie man es so schön nennt, das Comeback. Wenn man es so will als Comeback, ja. Ich meine, es gibt genügend Beispiele von der erfolgreichen Unternehmung, wo es genau so war.
Wichtig ist, zu reflektieren und vor allem dann aus den gemachten Fehlern diese nicht als Fehler zu akzeptieren, sondern als Lehrstunden zu akzeptieren und daraus eben, wie es der Name sagt, zu lernen und das zukünftig zu vermeiden. Ja, also du würdest sagen, selbst wenn morgen alles, ich sage mal, wieder von Null starten, würdest du genauso wieder machen, würdest du genauso auch wieder hinkommen? Also, ob ich es dann genauso alles wieder machen würde, das wäre dann die Wiederholung, dass ich vielleicht wieder zu dem Fehler käme. Ich würde es sicherlich an dem einen oder anderen Punkt eventuell dann anders machen.
Ja, aber es wäre sicherlich. Ich meine, ich bin jetzt auch, oder werde ich es ja 53. Ganz ehrlich, es ist ja immer schwierig von viel zu wenig.
Es ist immer leichter von wenig zu viel. Und wenn du schon mal viel gehabt hast, da gehört eine wesentlich höhere Resilienz noch dazu, dir dann wirklich in den Arsch zu treten und da wieder hinzukommen. Aber das sind auch Gedankengänge, damit beschäftige ich mich gar nicht.
Weil da würde ich mich ja schon negativ polen, wenn ich sage, wenn morgen alles weg wäre, warum? Ja, das ist angstig. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Ich hatte ja schon mit meiner Frau vor zwei Tagen eine Diskussion.
Nicht wegen dem Themenbereich, aber vor allem dieses ganze Englische und überhaupt. Ich kann damit gar nichts empfangen. Ich kann damit... Zu mir hat eine meiner besten Freundinnen mal gesagt, ja Björn, versetz dich in dem Bereich mal ein bisschen mehr in andere Menschen.
Es hat nicht jeder no risk, no fun auf der Stirn stehen. Du hast es in so einem übertriebenen Dasein dann sage ich ja, aber vielleicht liegt es auch daran, so wirklich ganz heftig passiert ist mir noch nichts. Aber Angst ist ein ganz schlechter Ratgeber.
Wie viele haben Angst vor der Börse? Das könnt ihr ja alles zusammenbringen. Ja, so ein Schwachsinn hätte Angst, wenn es keine Börse mehr geben würde. Dann hätte ich vielleicht Angst, wenn es bloß irgendwelche festverzinste Anlagen gibt.
Dann hätte ich wahrscheinlich ganz mächtig Angst, weil ich nicht wüsste, wie mein Sohn sein Vermögen informieren sollte in zehn Jahren, etc. Also, ich denke schon gar nicht so. Im Gegenteil, ich denke, wie komme ich weiter? Das ist auch vom Denken her ein ganz anderes Denkmuster.
Und nicht, ich ruhe mich jetzt mal aus. Das war früher schon im Skisport so. Jede Auszeichnung, jeder Pokal, jede Medaille, und das ist heute im Business genauso, wenn du eine Auszeichnung bekommst, etc., das ist nur eine Auszeichnung für eine vergangene Leistung.
Du musst es wieder neu beweisen, wenn du möchtest. Und du musst wieder Neugas geben und nicht für Vergangenheiten. Ich kann mit Vergangenheit wenig anfangen, wenn das jeder Vergangenheit nicht, weil das ist ein Moment, den kann ich eh nicht ändern.
Der war, der wird nie wieder kommen. Und von dem her, ich bin sehr zukunftsorientierter Mensch und fokussiere mich auf die Zukunft und nicht auf die Vergangenheit, dass viele in der Vergangenheit festhängen. Ich kann es eh nicht ändern.
Wie es der Name sagt, Vergangenheit. Gibt es Ängste, die du hast? Das ist tatsächlich eine Frage, die hätte ich jetzt mal für irgendwann, einen späteren Zeitpunkt mal mit eingeplant, also nicht für heute die Folge, aber jetzt passt es gerade so schön. Ängste? Ich mache mir Angst, wenn die Politik so weitergeht, was aus unserem wunderschönen Land eigentlich geworden ist und wie weit da noch die Abwärtsspirale kommt, wie viele Unternehmer wir hier oder gewisse vermündete Leute noch aus dem Land vertreibt.
Ich bin heute eigentlich so weit, dass ich meinem Junior zum Rat gebe, schau, dass das Land relativ früh voll ist. Weil wenn das so weitergeht, hast du hier, ich komme mir heute vor als Unternehmer wie eigentlich der Sündenbock Nummer 1 von jeglicher Institution, das geht los von den Ämtern draußen auch, du bist ja bloß ein Kapitalist und wirst von der Gesellschaft zum Teil auch angefahren, wie unverschämt das ist, dass man so viel Geld verdient etc. Wenn wir mal eins ganz klar stellen, Wohlstand, Wohlstand, Vermögen haben immer Unternehmer geschaffen.
Die Politik hat immer nur die Rahmenbedingungen dafür rausgegeben und derzeit sind die Rahmenbedingungen in dem Land hier unterste Kategorie. Gestern Abend kam wieder in der Halbzeitpause, habe die Tagesschau angeschaut vom gestrigen Halbfinale, gestern mal eine Bundespressekonferenz zur Sommerpause von unserem Kanzler, er will Bürokratismus abschaffen. Alleine was uns ab dem kommenden Jahr schon wieder ein Mehr Verwaltungsaufwand in unserer Branche erwartet, da frage ich mich, von was der Mann redet.
Ich habe das Gefühl, jedes Jahr wird es noch mehr Bürokratismus und nicht weniger. Und das macht mir Angst. Weil ich mich nicht mehr um mein eigentliches Kerngeschäft kümmern kann, das was mir nämlich extrem Spaß macht meine Mandanten zusammenzusetzen, Finanzstrategien zu erstellen, zu besprechen, Feedbacks etc.
Das ist egal wo, das ist in allen Branchen egal mit welchem selbstständigen Unternehmer ich rede. Es ist eine absolute Katastrophe und ja, das macht mir Angst in dem Land und mir macht es Angst, wie viele eben irgendwann auch sagen, mein Markt ist immer offen, wir sind auch irgendwo oder ich zumindest auch an dem Punkt, wo ich mir Gedanken mache, ist das hier noch das richtige Land als Vollblutunternehmer da zu sein? Ja, du musst der Gesellschaft auch was zurückgeben, aber das was da oben in Berlin läuft, das ist unterste Kategorie, da sind Leute dran, die Gesetze machen, die haben im Leben noch nicht eine Stunde gearbeitet, aber reden von Bereichen mit, wo sie von Toten und Blasen keine Ahnung haben und die bestimmen aber darüber, wie es in der Branche nachher zugeht. Wenn ich so einen Scheiß höre mit Rände mit 70, bin ich mal gespannt, wie das ein Fliesenleger macht, bei dem seine Knie sind schon mit 50 durch und dann sitzt da oben irgendwo so eine blöde Kuh oder ein Depp mit gerade mal Ende 20 oder Mitte 30 und bestimmt darüber, der Fliesenleger auf dem Bau bei minus 10 Grad bei plus 30 Grad ein Leben lang, 40 Jahre gearbeitet, der soll jetzt mit 70 seine Fliesen legen.
Ja genau, Prost Mahlzeit. Jeder, der da oben sitzt, gehört für mich eigentlich erst einmal raus und muss erst einmal eine Zeit von 5, 6, 7 Jahre in dem Bereich gearbeitet haben, über die er nachher bestimmen will. Das Wort Berufspolitiker, ich habe meine Schwester bei der IHK angerufen und gesagt, sie hätte gerne jemanden anmelden zur Ausbildung als Berufspolitiker.
Die wusste überhaupt nicht, was sie meint. Dann sagt sie, ja wir waren früher die Vertreter bei uns in der Berufspolitik, das war ein Vertreter des Volkes. Aus jeder Kategorie, Akademiker, genauso wie Handwerker, wie freie Berufe etc.
Wenn ich sehe, was da drin sitzt, das doofe Wort Berufspolitiker, das gibt es nicht als Ausbildungsberuf. Das sind Leute, die haben noch nicht eine Stunde in ihrem Leben gearbeitet, kein fertiges Studium und die sitzen da oben drin, gehen mit Tandemen nach Hause, oder Pensionsgelder später, wo es dir den Vogel raushaut, wo sich eigentlich jeder normal angestellte Handwerker, der draußen wirklich einen Knochenjob macht, aber sowas von verarscht vorkommt, und das ist für mich auch völlig nachvollziehbar, die Politikverdrossenheit aktuell in unserem Land. Genau dazu.
Im Endeffekt hat man die Einschränkung, ich glaube, sehr, sehr viele Leute, sehr, sehr viele Unternehmer sind deiner Meinung, jetzt positiv denken, nicht negativ rausgehen aus der Folge, was gibt es für Möglichkeiten? Also es gibt ja Möglichkeiten, Steuern zu sparen, es gibt Möglichkeiten, sich hier trotzdem in dem Land als Unternehmer weiter zu entwickeln. Natürlich, natürlich, ich war jetzt schon richtig vom Lederrand erzogen. Wenn mich das ganz extrem ankotzen würde, dann wäre ich schon längst nicht mehr da, weil wir hätten die Mittel und die Möglichkeiten.
Ich sage immer, Unternehmer finden, also wirklich vollblöde Unternehmer finden entweder die Gegebenheiten oder sie erschaffen sich die Gegebenheiten. Und dann muss ich halt eins, sie haben das Spielfeld, auf dem kann ich mich bewegen im legalen Bereich und daraus muss ich halt möglichst das Beste machen. Das geht natürlich auch nur, wenn ich einen Stab von Top-Leuten in meinem Umfeld habe, die mich im jeweiligen Bereich auch beraten.
Oder wo ich weiß, sie sind loyal zu mir, Loyalität ist für mich ein ganz, ganz wichtiger Wert zum Beispiel. Die stehen loyal zu mir, die meinen es gut und auf die kann ich mich verlassen, weil sie in ihrem jeweiligen Fachbereich wirklich das Top-Wissen haben. Also einfach ein gutes Umfeld, positiv geprägt, verabschiedet von Leuten, die immer bloß negativ daher labern, weil die ziehen dich irgendwann in den Scheiß rein.
ich fühle mich ja trotzdem wohl. Ich bin ja trotzdem eher gern Arbeitgeber. Ich glaube, wenn wir andere Rahmenbedingungen wünschen, was den Bürokratismus, die Verwaltung angeht, aber gut, sie ist noch mal da, also muss ich damit fertig werden und muss damit klarkommen, wenn es mir nicht passt, dann muss ich die Sachen packen und muss gehen.
Wir könnten es, aber trotzdem sind mir meine Mädels auch was wert und sag denen nicht bloß einfach, ihr bleibt da, ich bin weg, die Firma läuft weiter, ihr verwaltet halt nur noch, macht ja auch keinen Sinn. Ich muss halt das Beste draus machen und brauche andere Leute, mit denen ich mich auch austauschen kann. Da darf man auch mal jammern oder drüber herziehen, das gehört einfach dazu, aber 90%, 95% der Zeit sollte man halt positiv getrimmt sein, positiv gestimmt und fokussiert sein auf das, was funktioniert.
Beschäftige dich nicht mit dem, was nicht funktioniert, sondern fokussiere dich auf das, was geht.
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