Selbstständigkeit: Die Wahrheit, die dir keiner sagt
Shownotes
Selbstständigkeit klingt für viele nach Freiheit, Erfolg und finanzieller Unabhängigkeit. Doch die Realität sieht oft anders aus.
In dieser Folge spreche ich Klartext darüber, was Unternehmertum wirklich bedeutet – ohne Filter und ohne Schönreden. Du erfährst: – warum nicht jeder für die Selbstständigkeit gemacht ist – welche Denkfehler dich von echtem Erfolg abhalten – warum Disziplin wichtiger ist als Talent – wie dein Umfeld deinen Erfolg massiv beeinflusst – und welche 10 Leitsätze erfolgreiche Unternehmer wirklich leben
Ich teile meine persönlichen Erfahrungen aus über 20 Jahren Unternehmertum – inklusive der Herausforderungen, Zweifel und Entscheidungen, die den Unterschied machen. Wenn du darüber nachdenkst, dich selbstständig zu machen – oder bereits mittendrin bist – bekommst du hier die Perspektive, die dir sonst keiner ehrlich gibt.
🎯 Wenn du dein Business strategisch aufbauen und die richtigen finanziellen Entscheidungen treffen willst, dann melde dich bei mir für ein persönliches Gespräch.
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Folge 15 final
(0:04 - 0:14)
Erfolgreiche Leute labern nicht, erfolgreiche Leute machen. Ich bin Björn Wensch, Finanzstratege, Mentor und Speaker. Hier erwarten dich die Finanzstrategien und Denkweisen, die dich wirklich weiterbringen.
(0:16 - 0:42)
Vermögensaufbau, Riskmanagement, steueroptimierte Entscheidungen und das Mindset, das finanziellen Erfolg erst möglich macht. So wie jeder Spitzensportler einen Trainer braucht, begleite ich Menschen, die wachsen wollen. Kein Gelaber, sondern Klartext.
Erfolg ist planbar und braucht klare Strategie. Disziplin, Disziplin schlägt immer Talent, immer. Disziplin ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt.
(0:43 - 0:55)
Auch einfach mal bereit zu sein, statt hochgehende Wochenende. Halte ich eh nicht viel davon, weil der Kalender ist für mich bloß ein Kompass. Björn, du hast dich ja vor einigen Jahren selber dazu entschieden, dich selbstständig zu machen.
(0:55 - 1:19)
Wie waren da damals deine Gedanken zu? Warum hast du dich dafür entschieden? Ich habe schon sehr, sehr, sehr früh, zum Teil ohne Plan, erst einmal einen Gewerbeschein angemeldet. Das war mir klar, das brauche ich. Was war der Grund dahinter? Mir war eines relativ frühzeitig schon klar, ich werde irgendwann Unternehmer sein.
(1:20 - 1:40)
Und werde wirklich für meine eigenen Ziele arbeiten und werde auch gutes Geld verdienen. Das war auch ganz klar das Ziel dahinter. Und von dem her war das klar, dass ich irgendwann sowieso einen Gewerbeschein brauche.
(1:41 - 1:52)
Wenn du irgendwas brauchst, dann kannst du es auch gleich machen. Es war ganz klar, dass ich definitiv Unternehmer werde. Ich bin jetzt vielleicht nicht für jeden ganz so sozialverträglich.
(1:53 - 2:08)
Von dem her war es auch klar, in einem normalen Unternehmen werde ich es nie lange aushalten. Weil ich schon jemand bin, der provoziert oder auch auf Missstände hinweist. Und das ist gar nicht unbedingt immer gewünscht.
(2:09 - 2:25)
In meinem eigenen Unternehmen habe ich es eben selber in Wahrheit. Jetzt sagtest du, was sind die Herausforderungen? Damals hatten wir noch lange nicht den Bürokratismus in dieser Großordnung wie heutzutage. Was man alles beachten muss heutzutage.
(2:26 - 2:36)
Ich sage es bloß einmal als Arbeitgeber. Diskriminierungskonsens, Gleichstellung etc. Heute sind so, so viele Dinge zu beachten.
(2:36 - 2:52)
Und das sind auch heutzutage sicherlich die Hürden. Wie geht es mit der Anmeldung? Welches Gewerbe melde ich denn überhaupt an? Bin ich im Nebenerwerb? Was ich jedem empfehle, am besten schon mal im Nebenerwerb zu starten. Wenn man nur eine berufliche Tätigkeit hat.
(2:53 - 3:04)
Es ist auch nicht jeder geboren, um Unternehmer zu werden. Das muss man einfach auch ganz klar herausstellen. Und muss das dann auch irgendwann erkennen.
(3:04 - 3:35)
Bin ich denn der Unternehmertyp? Oder bin ich eher jemand, der gar nicht so viel Eigenverantwortung möchte? Anführungszeichen Risiko selber tragen möchte? Immer wieder in Gesprächen höre ich, ja das ist aber auch ein großes Risiko. Auch da hat ja jeder Mensch eine eigene Einstellung dazu. Ich sage, wo für viele draußen das Risiko aussieht, ist für mich ganz, ganz normales alltägliches Brot.
(3:35 - 3:47)
Wo ich überhaupt nicht als Risiko sehe. Auch der alte Spruch, ich habe einen sicheren Job. Wie? Häufig habe ich den auch schon gehört.
(3:48 - 3:59)
Wenn heute noch einer glaubt, er hat einen sicheren Job, sorry, dann lügt er sich selber in die Tasche. Ich nehme mal wieder das Paradebeispiel. R-Berlin, riesiges Weltunternehmen.
(4:00 - 4:08)
Von jetzt auf nachher gab es die halt nicht mehr. Ein Job ist für mich generell immer nur eine Abkürzung. Just over break, also kurz für Insolvenz.
(4:08 - 4:22)
Weil ich bekomme sowieso nicht das ausbezahlt, was ich erst einmal verdiene. Weil ich probiere erst einmal die ganzen Abzüge. Als Unternehmer mit Gewinn sieht das Ganze ein bisschen anders aus.
(4:23 - 4:41)
Und von dem her, es gibt schon viele Hürden, die man beachten muss. Und das ist auch immer gut, wenn man jemanden zur Seite hat, der vielleicht auch das ein oder andere Fettnäpfchen selber mitgenommen hat. Und dann eben mit Rat und Tat zur Seite stehen kann, wie man vielleicht das ein oder andere vermeiden kann.
(4:41 - 5:01)
Das ist ein wichtiger Punkt, wenn man da echt am Anfang einen Mentor auf seiner Seite hat. Aber auch so ehrlich ist. Und wenn man es erkennt, ich bin doch nicht der Unternehmertyp, ich bin nicht derjenige, der bereit ist, gerade in den anfänglichen Jahren 60, 70, 80 Stunden in der Woche zu arbeiten.
(5:03 - 5:31)
Wenn das jemand erkennt, dann muss er einfach so ehrlich und fair zu sich selber sein, das Ganze reflektieren und eben sagen, nee, ist doch nichts für mich. Wie merke ich denn das, ob es doch nichts ist? Oder die Handbremse doch anzuziehen und auszusteigen? Naja, das hat auch was mit der Körperlehrverfassung zu tun. Wenn jemand wirklich 70, 80 Stunden in der Woche runterreist, das mag vielleicht mal vier Wochen gehen.
(5:31 - 5:57)
Aber am Anfang der ersten Jahre ist das eigentlich Normalität. Wenn ich wirklich in eine Liga kommen möchte, vom Einkommen her, dass es sich ja wirklich rechnet, dass ich entsprechend Gewinne habe, dass ich das Unternehmen weiterentwickele, da muss ich auch mal am Wochenende dran sitzen. Natürlich gehört dazu auch ein ganz, ganz, ganz starker Partner oder eine starke Partnerin, die das auch akzeptiert.
(5:57 - 6:34)
Wenn ich da permanent von zu Hause aus immer wieder Diskussionen habe, dann bin ich niemals im Kopf dazu hundertprozentig frei, sondern man sitzt wieder am Schreibtisch und sagt, eigentlich sollte ich daheim sein. Ich weiß genau, mein Partner oder meine Partnerin, die finden das jetzt wieder nicht toll. Wenn ich halt dadurch auch ausgebremst werde, dann muss ich mal überlegen, ist mir meine Partnerschaft wichtiger? Habe ich den richtigen Partner oder die richtige Partnerin? Oder ist mir es wichtiger, wirklich Unternehmer zu sein? Oder muss ich eben den Kompromiss gehen und sagen, nee, dann gehe ich doch lieber wieder zurück in ein Angestelltesverhältnis.
(6:35 - 7:03)
Und man merkt das, glaube ich, schon, wenn man dann irgendwann mal nach drei, vier Jahren sieht, hey, alles, was ich mache, führt doch nicht ganz so zum Erfolg, vielleicht durch gewisse Fehlentscheidungen oder einfach auch, weil die Kraft ausgeht, vielleicht durch falsches Umfeld. Das ist auch ein ganz wichtiger Punkt, das Umfeld. Das ist wie, wenn jemand sagt, ja, es macht mich selbstständig.
(7:04 - 7:19)
Du hast ganz, ganz viel in deinem Umfeld, wo sofort erst einmal sagen, oh, das würde ich aber heutzutage nicht. Ich sage immer, pass auf, das ist ein bisschen eine Entschuldigung für dein Umfeld, weil sie selber den Mut nicht dazu haben. Und jeder Mensch hat eigene Grenzen.
(7:21 - 7:43)
Naja, es ist immer die Frage, wo liegt meine Grenze? Wo liegt die Grenze von meinem Gegenüber? Die liegen sehr aufmaßweit, weit, weit auseinander. Und man merkt das schon irgendwann, wenn es einfach nicht läuft. Es heißt nicht, dass man nicht einmal einen schlechten Tag oder eine schlechte Woche haben darf.
(7:43 - 8:26)
Die Frage ist nur, wie gehe ich damit um? Wie viel Resilienz habe ich? Und wichtig ist auch, sich dann nicht nur vom Wissen her, von der Tätigkeit, was man macht, weiterzubilden, sondern wirklich auch im Mindset-Bereich. Und das ist immer, immer gut, wenn man wirklich einen starken Mentor an seiner Seite hat, der eben aus der Praxis redet und nicht bloß theoretisch weiß, wie es geht, sondern wo selber genau diese ganzen Phasen durchlebt hat und mit dem man sich einfach auch mal austauschen kann, mal zum Essen gehen, mal seine Fragen offenlegen. Weil auch von Anfang an sagen wir, wenn du in die Selbstständigkeit, ins Unternehmertum gehst, nimm dir bitte vom ersten Tag an einen Steuerberater.
(8:26 - 8:37)
Das sind einfach ganz, ganz wesentliche Punkte. Oder Steuerberaterin, dass wir beide Formen bitte haben. Aber das sind so wirklich wichtige Punkte.
(8:38 - 8:54)
Welche Absicherungen brauche ich? Wie mache ich meine Positionierung? Das ist heute das Entscheidendste. Ich sage immer, gründe keine Firma, sondern mache eine Marke. Amazon, Anführungszeichen, ist sicherlich keine Firma, das ist eine Marke.
(8:57 - 9:08)
Jetzt versteht jeder, was damit gemeint ist mit der Aussage. Wie mache ich meine Positionierung? Ich kann das beste Produkt der Welt haben. Wenn niemand was davon weiß, dann ist das überhaupt gar nichts.
(9:09 - 9:29)
Wie werde ich bekannt? Wie werde ich Publik? Wie trete ich nach außen hin auf? Rede mit jedem drüber. Das ist jetzt auch ein bisschen Anführungszeichen. Wenn du mit drei Leuten am Tag über deine Geschäftsidee redest, dann kannst du es eigentlich gar nicht vermeiden, dass du nicht erfolgreich wirst.
(9:30 - 9:37)
Das geht nicht. Wenn ich auch das, was ich mache, natürlich auch ausstrahle. Das gehört natürlich auch dazu.
(9:37 - 10:05)
Wenn ich jeden Tag selber Blödsinn setze und Zweifel habe, ist das richtig, was ich mache, dann würde es wirklich nicht ganz so erfolgreich werden. Wie waren deine ersten Jahre von Jahr zu Jahr, wenn du zurückblickst? Der Jahreswechsel war für mich immer ein entscheidender Punkt, als das neue Jahr kam. Das war eigentlich schon für die Verhältnisse ein echt gutes Jahr.
(10:05 - 10:43)
Ich habe auch Gewinn gemacht. Dann haben dich wieder die Fragen, die klassische Frage, wo, wenn jeder ehrlich ist, wenn er nicht irgendein Geständnis des Unternehmens übernimmt, sondern wenn er wirklich das Ganze selber aufbaut, wo kommen diese neuen Aufträge her? Dass ganz ehrlich sich jeder mal in die Nase fassen will, wo in der Situation ist, das hat einen natürlich schon beschäftigt. Ich wusste zwar, ich habe ja notfalls im Background auch damals ein paar D-Mark, paar Euro liegen, aber das war bei mir immer.
(10:43 - 11:44)
Irgendwann habe ich diese Frage komplett, auf was fokussiere ich mich, umgetreten und gesagt, warum soll es dieses Jahr nicht wieder funktionieren, wenn es letztes Jahr auch funktioniert hat? Das ist eine innere Einstellungssache, das ist vom Mindset her eine ganz andere Zielrichtung. Das habe ich relativ schnell, nach zwei, drei Jahren, ich weiß echt, wie ich noch an meinem uralten Schreibtisch dran saß und gesagt habe, naja, was soll es, warum soll es eigentlich dieses Jahr nicht funktionieren? Letztes Jahr hat es funktioniert. Warum, was spricht dagegen, warum soll es dieses Jahr nicht mehr funktionieren? Das war so ein ganz entscheidender Punkt vom Denken her, ich war ja noch wesentlich jünger, und klar, es gab Veränderungen mit der Steuer, wie machst du das, was musst du alles berücksichtigen? Dann kamen auf einmal auch Anfragen in der Größenordnung, da war ich vorher nicht drin in dem Bereich.
(11:45 - 13:01)
Na ja, der Gegenüber weiß ja erst einmal nicht, hat er das jetzt zum fünften Mal gemacht, zum zehnten, zum hundertsten Mal, oder bin ich sein erster? Ich glaube, es gehört einfach auch eine gewisse Selbstsicherheit dazu, im Auftritt, und es nimmt dir kein Mandant, kein Kunde übel, wenn er dir Fragen stellt, bevor du irgendwas daher erzählst, wenn du ganz offen sagst, gute Frage, ganz ehrlich, muss ich mich selber erst schlau machen. Das ist wesentlich ehrlicher, als irgendwas Erfundenes dem Gegenüber zu sagen, und gerade in der heutigen Zeit, wo es so viele Informationsquellen gibt, noch wesentlich mehr wie damals, aber ich habe mich dann nie gescheit zu sagen, das ist eine gute Frage, ganz ehrlich, das hatte ich noch nicht so den Fall, aber ich werde die Informationen beschaffen, ich werde mir die Informationen holen, und werde sie dann darüber informieren. Und ich glaube, oder bin davon überzeugt, das ist sicherlich ja dann für den Mandant das wesentlich Ehrlichere, und man kann nicht auf alles einhören, das funktioniert nicht.
(13:01 - 13:55)
Gerade bei uns in der Branche, natürlich, nach über 20 Jahren, hast du entsprechende Erfahrungen, und hat man auch sehr breites Wissen, aber bei uns geht es los von der gewerblichen, über die private Finanzierung, es geht weiter der ganze Versicherungsbereich, sowohl privat, wie auch gewerblich. Alleine, wie viele unterschiedliche Gewerbe es gibt, und da muss man immer up to date sein, das kann gar nicht funktionieren, dazu kommt der Kapitalanlagebereich. Ich vergleiche es auch ein bisschen damit, es gibt Rechtsanwälte, die haben ein Grundwissen Jura, und dann spezialisieren sie sich auf Sozialrecht, auf Kapitalrecht, auf Privatrecht, also jeder hat auch seinen speziellen Bereich, und trotzdem haben sie ein breites allgemeines Wissen im Bereich Jura.
(13:56 - 14:24)
Und genau das gleiche ist bei uns, und auch heute scheue ich mich nicht zu sagen, wenn mal eine Frage aufkommt, oder ein Uraltvertrag, gerade was die Betriebe, die den Altersvorsorgen etc. angeht, wenn da ein Uraltvertrag aufkommt, da sage ich, okay, da muss ich mich erst einlesen. Kann ich auch trotzdem nicht sagen, man hat immer wieder mal eine Situation, die hat man noch nie vorher gehabt, ich habe heute eines, ich habe ein riesiges Setzwerk, und weiß genau, wo kriege ich auch verlässliche, wirklich richtige Antworten her.
(14:25 - 14:45)
Aber wir können nicht überall eine Antwort haben. Es taugt zumindest nicht. Ich sehe es jetzt auch in meiner eigenen Selbstständigkeit, jetzt bin ich ja ein Jahr lang selbstständig, und man wächst ja auch in seinen Aufgaben, also mir geht es auch oft so, jemand möchte etwas haben, was ich vielleicht davor noch nie gemacht habe, aber ich möchte es dann auch gerne leisten, und dann lernt man das halt dazu.
(14:46 - 15:14)
Also auch da erweitert man sein Spektrum an Aufgaben und was man anbietet an Leistungen. Und ich glaube auch heutzutage, das Konkurrenzdenken ist lange nicht mehr so vorhanden wie früher. Man kann sich mit Gleichgesinnten, die in der gleichen Materie, im gleichen Business tätig sind, wesentlich besser, mehr austauschen, wie das vielleicht noch vor 20, 30 Jahren war, wo das so ein Konkurrenzdenken war.
(15:16 - 15:41)
Hervorragend fand ich schon, das war für mich, also echt damals in der Jugend, meine Mutter war im medizinischen Bereich tätig, und da gab es die sogenannten Zahnärztetage zum Beispiel. Lauter Zahnärzte an einem Punkt zusammen, in einem Hotel, wo es Vorträge gab, etc. Und das fand ich damals schon beeindruckend, eigentlich müssten das ja alles Konkurrenten gewesen sein, das haben die überhaupt nicht so gesehen.
(15:43 - 15:55)
Und bei uns in der Branche ist es ganz extrem. Oh, da könnten wir ja den Kunden abwerben. Ich sehe das heute auch ganz anders, und da hat sich auch viel im Wandel der Zeit, Gott sei Dank, zum Positiven hin bewegt.
(15:57 - 16:30)
Wir machen ja auch Baufinanzierung, das ist nicht unbedingt unser Riesengeschäftsfeld, ich kenne aber einige sehr gute Baufinanzierer, die nichts anderes machen, und dann können wir mit denen genauso austauschen. Und ich sehe das nicht mehr als Konkurrenzdenken, sondern von denen kriege ich vielleicht eine Info, weil der es tagtäglich dreimal macht, wir machen es vielleicht zweimal im Monat, und jetzt brauche ich mal irgendeine spezielle Info. Also ich breche mir da, das hat nichts mit Schwäche zu tun oder irgendwas, ich breche mir da überhaupt keinen ab, den mal anzufragen.
(16:31 - 17:03)
Es gibt Handwerkertage, die Handwerker tauschen sich miteinander aus auf Messen, etc. Also da hat sich, Gott sei Dank, glaube ich, bei uns in der Gesellschaft auch viel gewandelt, was Denken über Konkurrenz, ich habe noch nie Konkurrenzdenken gesagt, groß, sondern ich habe immer gesagt, es sind Mitbewerber am Markt, und Mitbewerber beleben das Geschäft auch. Also von dem her, da hat sich heute aber auch ganz, ganz viel getan, dass man sich echt auch aus der gleichen Branche mit Gleichgesinnten entsprechend austauschen kann.
(17:03 - 17:25)
Und das trägt sicherlich dazu bei, und das empfehle ich auch jedem, der eben darüber nachdenkt, oder vielleicht gerade in dem Schritt ist, sich mit Gleichgesinnten wirklich an einem Unternehmerstammtisch, etc. gegenseitig auszutauschen. Man lernt ja nur dazu, man sieht andere Blickwinkel, man sieht es normal auch von der anderen Seite.
(17:25 - 17:47)
Und wenn ich dann ein Mandant habe, und der springt ab zu einem anderen, dann sind wir wieder bei dem Thema Loyalität. Ich habe so etwas tatsächlich erlebt, aber andersrum. Und ich hatte dann den auch bekannten Befreunden, das möchte ich jetzt nicht sagen, aber man kennt sich, habe ich angerufen und gesagt, pass auf, wir werden dir gleich vor.
(17:47 - 18:06)
Der Mandant hat bei mir angefragt, ich habe ihn abgelehnt. Das hat was mit Loyalität zu tun. Aber ich habe eben den anderen Berater vorgewarnt und habe gesagt, das zeigt ja, wie treu der Kunde ist, oder wie das Verhältnis ist, nur dass du darüber Bescheid weißt.
(18:08 - 18:36)
Und da kommt wieder, für mich ist ja Loyalität einer der aller, aller wichtigsten Werte und Begriffe, sowohl im Unternehmen wie auch im Privaten. Du siehst einfach, wer ist loyal und wer ist nicht loyal. Auch was ich sage, ich habe damals die 10 Leitsätze für mich selber, was Unternehmertum heißt, vor Jahren, das ist bestimmt 18, 19 Jahre her, aufgeschrieben und in den Bilderrahmen rein.
(18:37 - 18:51)
Man braucht ja eigene Werte fürs Unternehmen, das sage ich auch immer. Es ist auch ganz wichtig, auf welche Werte setze ich denn, welchen Mehrwert soll mein Unternehmen bringen, meine Marke. Auch darüber darf man mazinieren und sich Gedanken machen.
(18:53 - 20:00)
Und jetzt führt der alte Spruch, wer finanziell wachsen will, muss genauso auch im Kopf wachsen. Es geht nicht, dass ich nur finanziell wachse, wenn ich nicht im Kopf auf mich weitere. Björn, was sind denn deine Leitsätze, die du dir damals aufgeschrieben hast? Kannst du die uns mal mit uns teilen? Das hier wären so typische Leitsätze und Grundsätze.
Erfolgreich Unternehmer, Hunger, Ehrgeiz, harte Arbeit, viel Geld kommt von viel Arbeit auch, effizienter Arbeit, ständige Selbstreflexion, dass ich also wirklich mich auch selbst reflektiere und immer wieder hinterfrage und analysiere, ist das richtig, wie ich es tue, was ich mache, Entscheidungsstärke. Und da glaube ich, das ist ein ganz ganz wesentlicher Punkt, als Unternehmer musst du oftmals relativ schnell Entscheidungen treffen. Das merke ich zum Beispiel heute in der jüngeren Generation, die tun sich eher etwas schwerer, mit Entscheidungen zu treffen.
(20:01 - 20:56)
Das kann man aber auch trainieren, ich brauche Entscheidungsstärke und oftmals schnelle Entscheidungen, wohl überlegte, aber trotzdem relativ schnelle Entscheidungen. Laufende Weiterbildung, hat der Bodo Schäfer mal sehr schön die Abkürzung rausgegeben, konstantes Lernen und Wachsen, solide wirtschaftliche Basis, also kein Unfug machen mit dem Geld, nicht über die Verhältnisse leben, sollte möglichst immer auf dem Konto Abend statt Sonntag dran stehen mit den Summen. Also auch da wirklich nicht glauben, man hat jetzt zwei gute Monate und dann kauft man sich auf einmal ein Auto, was drei Hausnummern zu groß ist, weil es wird auch Unternehmertum ist keine Einbahnstraße, es geht nicht nur nach oben, es wird immer wieder auch mal Rücksetzer geben, das ist ganz ganz normal.
(20:57 - 21:49)
Und da brauche ich einfach Background finanzieller Art, wirtschaftliche Kraft, dass mir es gar nichts ausmacht, wenn du mal einen Monat nicht ganz so viel reinkommst, wir haben alle Urlaub etc., sind wir ehrlich, wenn man nach dem Urlaub zurückkommt und du bist super erholt, jetzt haben wir dann vielleicht sogar auch noch in unserem Land hervorragendes Wetter, du startest nicht gleich 100% durch, sondern das ist ganz normal, du hast so ein, zwei, drei Tage Anlauf und schon ist die erste Woche vorbei. Da muss sich jeder selber einfach ehrlich genug gegenüber sein. Risikobereitschaft, bei dem Thema, was ich vorher schon sagte, heutzutage habe ich natürlich eine ganz ganz andere Schwelle, wo ich sage, was ein Risiko ist, da wächst man auch im Laufe der Jahre einfach hinein.
(21:49 - 22:04)
Das sah sicherlich vor 20 Jahren noch etwas anders aus. Auf der anderen Seite, wo ich noch wesentlich jünger war, hatte ich noch auch lange nicht die Verantwortung, heute habe ich ja schon die Mitarbeiterverantwortung. Heute habe ich Verantwortung für Familie.
(22:05 - 22:59)
Das hatten wir damals, wenn man jung ist, eher weniger. Und ich sage auch, bei uns, wir haben ja ein sehr sehr familiäres Verhältnis innerhalb der Firma, das ist mir ganz wichtig, die Atmosphäre, familiär. Auch Menschenführung ist so ein Thema, das ist für mich eigentlich ein sehr einfaches Thema, was ich nicht möchte, dass einer mit mir macht, mache ich ja auch mit keinem anderen.
Aber unsere Damen, unsere Mädels verlassen sich auf mich und auch deren Partner verlassen sich ja darauf, dass eben ihre Partnerinnen jeden Monat vernünftig bezahlt werden. Generell gehört zum Unternehmer drin eine grundpositive Einstellung. Wenn ich nur als Nähleih rumlaufe, also nur mit einer negativen Lebenseinstellung, dann spiegle ich das auch nach außen, dann werde ich auch bloß mit negativen Leuten zu tun haben.
(23:00 - 24:01)
Ob dann mein Unternehmen so erfolgreich wachsen kann, das lasse ich mal dahingestellt, glaube ich eher weniger. Inspirieren das Umfeld. Für mich war ganz ganz wichtig, entsprechend das Umfeld zu haben und möglichst in einem Umfeld, die weit ausweiter war, nämlich dort, wo ich hinwollte.
Ich hatte hier eine Werkstudentin, sie ist immer noch bei uns heutzutage. Die hat mir mal eine ganz, ganz interessante Frage, ich habe sie mitgenommen zu einem großen Firmentermin von einem wirklich sehr großen Unternehmen oben in der Nähe von Düsseldorf und der hat mir eine Frage gestellt. Habe ich mir selber noch nie gestellt, die Frage, aber soll es halt auch, wenn du mit jungen Leuten zusammenarbeitest, sie sagt gern, wie ist es für dich, gerade bei Seminaren etc., oder wenn du irgendwo in den Raum reinkommst und du weißt genau, du bist eigentlich der vermöhnlichste oder der wohlhabendste.
(24:01 - 24:31)
Da habe ich kurz drüber nachgedacht, da habe ich gesagt, das ist eine sehr, sehr gute Frage, habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, aber ich habe da drei Antworten. Entweder bin ich 0,0 Business, sondern rein aus Freizeit Gedanken da, einfach mit vielleicht anderen Eltern bei einem Elternabend oder bei uns im Tennisklub, mit Leuten, die halt genauso den Tennissport lieben oder beim Skifahren. Das ist die erste Möglichkeit.
(24:32 - 24:46)
Wenn es aus dem Businessbereich heraus gefragt ist, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder ich bin drin, dass die Leute von mir was lernen oder zweite Möglichkeit, ich bin im falschen Raum. Mit falschen Raum meine ich, in dem Umfeld kann ich nichts mehr lernen.
(24:48 - 25:06)
Da kann ich aus anderen Bereichen vielleicht was lernen, aber sicherlich nicht, wie wirtschaftlicher Erfolg oder wirtschaftlicher Wachstum geht. Also, war schon eine hochspannende Frage, Sven, wo ich echt selber drüber nachdenke. Ja, und inspirierendes, persönliches Umfeld ist ganz, ganz arg wichtig.
(25:07 - 25:18)
Es wird Phasen geben, wo es mal nicht so läuft. Wenn ich dann umgeben bin von lauter Personen, die nur sagen, es ist alles scheiße und geht nicht, etc. Das bringt mich nicht wirklich weiter.
(25:18 - 25:40)
Sondern bei genau meinem Mentor vielleicht oder einfach mit anderen Leuten, die das alles auch schon durchlebt haben, die einen aber dann einfach auch mental nach oben ziehen und nicht nur kleiner machen und dann die gleiche Matsche reinhauen. Ja, ja. Und Disziplin.
(25:41 - 25:47)
Disziplin schlägt immer Talent. Immer. Disziplin ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt.
(25:47 - 26:06)
Auch einfach mal bereit zu sein, statt Hochdehende am Wochenende. Da halte ich eh nicht viel davon, weil der Kalender ist für mich bloß ein Kompass. Auch mal wirklich an einem Samstag oder einem Sonntag einen Mandantentermin oder irgendetwas vorbereiten oder einfach am Wochenende auch mal dran sitzen.
(26:06 - 26:30)
Klar, wenn es draußen 28, 30 Grad hat, Hochsommer, jeder ist draußen. Wenn ich halt entsprechend Erfolg haben möchte, muss ich bereit sein, darauf vielleicht an dem Wochenende mal zu verzichten und einfach in der Firma zu sitzen oder am und im Unternehmen zu arbeiten. Das waren so immer für mich die 10 Leitsätze von erfolgreichen Unternehmern.
(26:32 - 26:45)
Wenn alles super läuft, ist Unternehmertum leicht. Wirkliche Unternehmer erkennt man daran, wenn einmal nicht alles so toll läuft. Wie gehen sie mit so einer Situation um? Ich sage es ganz offen.
(26:47 - 27:07)
Wir haben weit über 2600 Mandate. Sorry, auch da gibt es mal Diskussionsgrundlage. Und es ist ja logisch, dass auch mal vielleicht Misskommunikation oder Missverständnisse da sind.
(27:07 - 27:51)
Ein ganz wichtiger Tipp, man bekommt irgendeine E-Mail abends und denkt, okay, ganz wichtiger Tipp, die schwierigsten Dinge morgens, als erstes die schwierigsten Telefonate morgens als erstes zu führen. Weil man ist gestärkt, man startet frisch in den Tag, man ist eigentlich hellwach, dann führt man auch so ein Gespräch und der Tagesverlauf nimmt zu und dann widmet man sich den schöneren Dingen. Man zieht es nämlich nicht mit, es belastet einen nicht den ganzen Tag, sondern gleich morgens angehen und wie gesagt, Unternehmertum ist dann leicht, wenn alles easy läuft.
(27:51 - 28:58)
Aber es wird auch Herausforderungen geben und manchmal wird einem auch ein Stein in den Weg gelegt. Kann man auch sagen, jeder Stein, der mal in den Weg gelegt wird, ist nur dazu da, um etwas Neues zu bauen. Also auch, wie geht man mit der Situation um? Und in ganz, ganz vielen Fällen, das ist jetzt echt Erfahrung, oftmals Missverständnisse.
Und wenn man dann mal miteinander kommuniziert und mal redet, auf einmal sind die Missverständnisse aus der Welt und außerdem Punkt, es wird nicht alles so heiß gegessen, wie gekocht. Oftmals ein unzufriedener Kunde oder Mandant, man schreibt der in der Emotion. Meistens, wenn man nachts drüber geschlafen hat, ist die Emotion mal weg.
Also man dafür soll man dann auch anrufen, man kann mit dem reden, man kann mit einem Kunden reden und oftmals klärt sich dann ganz, ganz vieles einfach im persönlichen Gespräch. Das hat lange vor sich herschieben, sondern sofort an die Dinge rangehen.
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